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Dülmen. (hh) Acht gute Gründe nannte Rentenexperte Benedikt Kemper von der
Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) für die Einführung des Rentenmodells der katholischen Erwachsenenverbände. Drei davon seien unschlagbar: „Die Rente wird armutsfest.
Erziehungsleistungen von Müttern und Vätern werden endlich anerkannt und die Renten-Vorsorge wird zur Chefsache“, resümiert Kemper am Ende des Infoabends, zu dem die Kolpingfamilie, die KAB und die Christlich Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA)
ins Kolpinghaus in Dülmen eingeladen hatten.
Im Rahmen der Kampagne „Vier Säulen für ein Halleluja“ diskutierte der KAB-Sekretär und Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung mit VertreterInnen von Kolping., CDA, KAB und der Frauengemeinschaft (kfd) das Modell. Es sieht einen dreistufigen Aufbau der Altersvorsorge vor:
Die Grundlage bildet die Sockelrente. „Anders als die bisherige Grundsicherung im Alter ist unsere Sockelrente bedarfunabhängig“, erläutert Kemper und sie sei „ eine solidarische Volksversicherung aus allen positiven Einkünften“. Diese Sockelrente erhalten alle Bürgerinnen und Bürger Deutschlands. Und sie wird auch von allen finanziert. „Der Selbstständige ist drin, genauso wie der Beamte oder der Fabrikarbeiter und die Kanzlerin!“ beschreibt Kemper. Voraussetzung dafür, dass jemand den gesamten Umfang der Sockelrente erhalte, sei seine Steuerpflichtigkeit von 50 Jahren. „Wenn also beispielsweise ein 40jähriger Niederländer nach Deutschland zieht, hat er bis zu seinem 65. Lebensjahr 25 Jahres steuerpflichtig in Deutschland gelebt und erhält 50% der Sockelrente.
„Die Sockelrente sei das Herzstück des Modells. Sie berge bereits vor dem Eintritt ins
Rentenalter ganz neue Chancen. „ Mit der Sicherheit der Sockelrente kann man bereits vorher viel freier wählen, wo und wie man sich im Leben engagiert und arbeitet“, erklärt Kemper die Vorzüge des Modells für die junge Generation. „Wenn ich im Alter nicht mehr nur
abgesichert bin, wenn ich voll erwerbstätig war, dann habe ich die Freiheit, meine Arbeitsleistung mehr ins Ehrenamt oder in die Familie zu verlegen. Und das nutzt der ganzen Gesellschaft!“
Damit sich Leistung weiterhin lohne, dafür sorge, so Kemper, Stufe zwei: die
Arbeitnehmerpflichtversicherung. Sie werde weiter anteilig von Arbeitnehmer und Arbeitgeber finanziert und verspricht im Alter eine leistungsbezogene Rente.
Die dritte Stufe ist die betriebliche bzw. private Altersvorsorge. Sie müssen gesetzlich
verankert werden, so Kemper auf Nachfrage eines Teilnehmers nach deren Verbindlichkeit für
Betriebe. „Betriebliche Vorsorge muss zum Regelfall statt zur Ausnahme werden.“, forderte er. Pensionssicherungs-Vereine seien eine Möglichkeit für kleine Betriebe, Rücklagen für ihre Mitarbeiter aufzubauen. Dies sei im Münsterland mit seinen überwiegend mittelständischen und kleinen Betrieben unbedingt notwendig. „Wichtig ist, dass die Rentenrücklagen der
Betriebe insolvenzfest sind“, mahnt Benedikt Kemper.
Am Ende des Abends kreiste die Unterschriftenliste der Kampagne, mit der die katholischen Verbände um Unterschriften für das Modell bis zur Bundestagswahl werben. Viele
Unterschriften sollen Politiker, die das Modell favorisieren, stützen. Dafür streiten in Dülmen, im Bistum Münster und im ganzen Bundesgebiet die fünf großen Verbände. „Und alleine, dass wir seine solche Kampagne gemeinsam auf die Beine stellen, ist schon hervorragend“, lobt Kemper zum Abschluss alle Beteiligten. Und dazu gehören nun auch die Dülmener Verbände.
Weitere Informationen zum Rentenmodell der katholischen Verbände gibt es im Internet
unter: www.buendnis-sockelrente.de
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