Einführung:
Leitgedanke: Rat-Haus-Türe
Ein Haus mit vielen Türen / hier wird beraten / Menschen suchen hier Rat / hier versammelt sich der Rat der Stadt / hier gibt es Ratsherren und –damen? / manchmal Ratlosigkeit? angesichts der Probleme in Arbeitswelt und Wirtschaft / auch hier kann guter Rat teuer sein / was der Rat beschließt: Bürger nicht teuer zu stehen kommen / das, was
ratsam scheint, muss auch bezahlbar sein.
Die biblischen Texte und Lieder des Advent sprechen von dem „wunderbaren Ratgeber“ und dem „Schöpfer reich an Rat“, der bei uns Menschen ankommen will.
Sie sollen hier an der Rat-Haus-Türe zu Wort kommen.
Adventsruf: Komm, Herr,
in die Dunkelheit der Welt
und bringe Licht.
Vertreibe die Angst – und bringe Licht!
Nimm von uns die Last – und bringe Licht!
Befreie uns von den Irrwegen – und bringe Licht!
Hol uns heraus aus der sozialen Kälte –
und bringe Licht!
Beende die Einsamkeit – und bringe Licht!
Wehre der Ratlosigkeit – und bringe Licht!
Komm, Herr,
in die Dunkelheit der Welt
und bringe Licht.
adventliches Schriftwort (Jes 9,1-6)
Die großen biblischen Worte des Advent beschreiben nicht die Welt wie sie damals war oder wie sie heute schon ist, sondern die Welt, wie sie sein wird, wenn Gott zum Zuge kommt, wenn er wirklich bei uns Menschen ankommt und dadurch eine friedliche und gerechte Welt möglich wird. Das geht über das hinaus, was Menschen-möglich ist. Für viele ist es ehr eine Utopie als eine Verheißung, fern ab von dem, was sie für möglich halten. Und doch halten diese Worte seit weit über 2000 Jahren die Hoffnung in den Menschen wach: die Hoffnung, dass es auch anders geht, dass die Schattenseiten des Lebens und die finsteren Machenschaften der Menschen nicht unüberwindbar sind. Einen solchen Hoffnungstext des Propheten Jesaja wollen wir jetzt hören:
Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht;
über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf.
Du erregst lauten Jubel und schenkst große Freude.
Man freut sich in deiner Nähe,
wie man sich freut bei der Ernte,
wie man jubelt, wenn Beute verteilt wird.
Denn wie am Tag von Midian zerbrichst du das drückende Joch,
das Tragholz auf unserer Schulter und den Stock des Treibers.
Jeder Stiefel, der dröhnend daherstampft,
jeder Mantel, der mit Blut befleckt ist,
wird verbrannt, wird ein Fraß des Feuers.
Denn uns ist ein Kind geboren,
ein Sohn ist uns geschenkt.
Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter;
man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber,
Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.
Seine Herrschaft ist groß, und der Friede hat kein Ende.
Auf dem Thron Davids herrscht er über sein Reich;
er festigt und stützt es durch Recht und Gerechtigkeit,
jetzt und für alle Zeiten.
Der leidenschaftliche Eifer des Herrn der Heere
wird das vollbringen.
Fürbitten in Form einer Litanei:
Alle nach jedem Anliegen:
„erfülle mit dem Rat deines Geistes!“
– alle, die in diesem Haus den Bürgern mit Rat und Tat zur Seite stehen ...
– alle, die in diesem Haus Entscheidungen treffen müssen zum Wohl der Bürger ...
– alle, die in diesem Haus zwischen Wählerstimmen und Gewissensüberzeugungen um Beschlüsse ringen ...
– alle, die Gesetze und Verordnungen in die Tat umsetzen müssen, auch dort, wo sie – menschlich betrachtet – nicht menschlich erscheinen ...
– alle, die auf politischen Wegen die Weichen für Entwicklungen in der Arbeitswelt stellen
– alle, die als Tarifpartner um Löhne, Arbeitszeiten und Sozialleistungen verhandeln
– alle, die als Insolvenzverwalter einspringen müssen, wenn ein
Unternehmen nicht mehr existenzfähig ist
– alle, die an der Spitze eines Unternehmens Verantwortung tragen für die Mitarbeiter und ihre Familien
– alle, die sich für die Schaffung von Ausbildungsplätzen stark machen
– alle, die durch ihre Tarifpolitik und Finanzpolitik auch die Weichen für den Standort Deutschland stellen
– alle, die als Aktionäre Gewinne verzeichnen, wenn Unternehmen
Menschen entlassen
– alle, die als Unternehmer nicht wissen, wie sie die Arbeitsplätze bei uns retten sollen, wenn die Konkurrenz aus den Billiglohnländern ihnen das Wasser abgräbt
– alle, die sich trauen, sich Vorstandsgehälter und Abfindungen in
solchen Höhen zu genehmigen, dass keine Arbeitnehmerin und kein Arbeitsloser dafür Verständnis aufbringen kann
Text „Advent – die Tür Gottes“
Advent, die Tür Gottes in diese Welt.
Advent, die Tür Gottes in mein Leben
Advent, die Tür Gottes
Komm, Gott, tritt in mein Leben und Arbeiten,
damit mein Glaube nicht erlischt
damit meine Hoffnung nicht stirbt,
damit das Erdrückende des Alltags meine Zuversicht nicht erstickt
damit ich glaubwürdig bin und ehrlich,
damit ich Problemen und Fragen nicht aus dem Weg gehe,
damit ich keine Angst habe, alleine zu sein und klein,
damit ich nicht aufhöre zu fragen „Wie lässt sich das ändern?“
damit ich nicht aufhöre zu suchen „Wie geht es weiter?“
damit ich nicht aufhöre an Türen zu klopfen,
damit ich einen Sinn erkenne bei soviel Unsinnigem,
damit ich Vertrauen wage bei soviel Enttäuschendem,
damit ich Mensch bleibe bei soviel Unmenschlichem.
Komm, Gott, durch die Türen des Advents
in mein Leben und Arbeiten
gemeinsam Vater unser (vom Gebetszettel Gebet eines CAJ’lers)
Segensgebet
Der „Gott mit uns“
durchleuchte unsere Ratlosigkeit
und erschüttere unsere Fraglosigkeit.
Der „Gott mit uns“
schenke uns Reichtum an gutem Rat
und die Entschlossenheit zur guten Tat.
Der „Gott mit uns“
schenke uns Frieden im politischen Streit
und den klaren Blick für die Zeichen der Zeit.
So segne er uns mit der Fülle seiner Schöpferkraft,
mit der entwaffnenden Liebe seiner Menschwerdung
und mit dem Einfallsreichtum göttlicher Begeisterung
+ im Namen des Vaters ...
Gemeinsames Lied: „Macht hoch die Tür“
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