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Die Insolvenz von BenQ und
Inservio ging in hohem Maße durch die Medien.
Hier und da war auch schon sichtbar, dass die KAB darum bemüht ist, den
Menschen die betroffen sind, ihre Solidarität zu zeigen. Da mit dem
Advent auf das Ende des Jahres hin das Verfahren mit dem Ablauf des
Insolvenzgeldes und der Frage nach der endgültigen Eröffnung des
Insolvenzverfahrens in eine heiße Phase kommt, möchten wir das zum
Anlass nehmen, noch einmal die Situation der Menschen in der Arbeitswelt
öffentlich ins Gebet zu nehmen.
Die Gebetsimpulse, die wir dazu gestalten möchten, sind aus der Idee
der "lebendigen Adventskalender" erwachsen, die es in manchen
Kirchengemeinden im Advent gibt. Dabei werden Haustüren oder Fenster
(in Anlehnung an die Türen eines Adventskalenders) vorweihnachtlich
geschmückt. Jeden Abend versammeln sich dann Menschen der Gemeinde an
einer anderen Haustüre (oder Fenster). Das öffnen von Türen und Toren
ist ein klassisches Motiv im Advent, weil es die Bereitschaft zum
Ausdruck bringt, jemanden herein zu lassen. Jemand kann ankommen (Advent
heißt Ankunft).
Wir mussten uns auf 4 öffentliche Türen oder Tore beschränken. Dort
wollen wir im Gebet die Solidarität mit den Menschen in der Arbeitswelt
und natürlich auch besonders mit den von der Insolvenz betroffenen zum
Ausdruck bringen. Wie wichtig dieses Anliegen zur Zeit ist, zeigt sich
darin, dass der Bürgermeister, der Weihbischof und der Superintendent
auf Anfrage sofort zu einem der Termine ihre Teilnahme zugesagt haben.
Außerdem waren wir sowohl an der Türe des Rathauses wie auch der
Agentur für Arbeit auf Anhieb willkommen. Das wir das Werkstor von
Inservio einschließen, liegt auf der Hand. Das Neutor als Stadttor bot
sich al symbolischer Ort an, besonders deshalb, um deutlich zu machen,
dass wir auch die anderen Bereiche der Arbeitswelt im Blick haben: den
Einzelhandel, das Dienstleistungsgewerbe, das Handwerk, die Not vieler
kleiner selbständiger Betriebe, die sich mühsam über Wasser halten
und vieles mehr. Damit möchten wir auch ein Zeichen für die Menschen
setzen, die bei IBENA oder Herding und in anderen Betrieben lautloser ähnliche
Situationen durchgemacht haben wie die bei Inservio und BenQ. Wir stehen
dafür ein, dass Kirche und besonders die KAB an der Seite der Menschen
in der Arbeitswelt zu stehen hat, auch wenn sie das aus vielen Gründen
nicht zu jeder Zeit und in jeder Situation in gleicher Weise deutlich
machen kann.
Nachdem die KAB mit Bannerabordnungen am Gewerkschaftshaus und am
Werkstor von Inservio bei bekannt werden der Insolvenz dazu den Anfang
gesetzt hat, ist diese Aktion zum Advent eine ökumenische kirchliche
Veranstaltung geworden: An den Planungen und Vorbereitungen beteiligen
sich neben einzelnen KAB-Vereinen im Unterbezirk Bocholt-Rhede-Isselburg.
Der Bezirkssekretär der KAB, Benedikt Kemper, der Leiter des Referates
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt beim evangelischen Kirchenkreis,
Bernd Müller und die evangelische Pfarrerin Andrea Overarath. So fließen
die Informationen in die einzelnen Gemeinden der Stadt und des
katholischen Dekanates und werden dort in den Verbänden und zu den
Gottesdiensten weiter bekannt gemacht. Deshalb hoffen wir, mit einer
deutlichen Resonanz aus den Verbänden und Gemeinden an den jeweiligen
Toren und Türen zusammen mit den Bediensteten der Stadtverwaltung, den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Agentur für Arbeit und natürlich
der verbliebenen Belegschaft von Inservio/BenQ sowie den für die
Qualifizierung freigestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum
Gebet versammelt zu sein.
Wir wissen, dass Beten alleine nicht genügt, aber gerade die Botschaft
des Advent richtet den Blick auf das Kommen einer besseren und einer
gerechteren Welt. Gott hat mit dieser Welt den Anfang gemacht, wir müssen
daran weiter bauen, bis sie durch ihn vollendet wird. Und Gott hat sich
eingelassen auf diese Welt, ohne sich dafür zu schade zu sein, als Sohn
eines Zimmermanns in einer Krippe zu landen. Diese Botschaft des Advent
sollen unsere Gebet weitertragen, damit sich neue Türen öffnen, für
die, denen die Türe vor der Nase zugeschlagen wurde.
Verantwortlich: Klaus Mees, Pastoralreferent St. Josef Bocholt und KAB Präses |