Nach den Sternen greifen       

 

Gebets-Impuls der KAB Petrus Canisius zum Advent 2007
 
„Sterne. Sterne, das sind für viele Menschen ein Zeichen für Träume. Wenn wir „nach den Sternen greifen“ heißt das so viel wie, ein unerreichbares Ziel vor Augen zu haben. Unsere Sterne sollen uns allen sagen, dass auch unerreichbar scheinende Ziele durch Konstanz und Beharrlichkeit erreichbar werden.
Und dann gelingt es manchmal, Träume Wirklichkeit werden zu lassen. .. 

Der „Traum Ausbildung“
Maik schien Glück zu haben. In der letzten Hauptschulklasse war er zum Ende der Schulzeit einer von Zwölfen die bereits eine Zusage für eine Ausbildungsstelle zum 1. September sicher hatten. Dann die Enttäuschung: Kurz nach der Schulentlassung Ende Juni erhielt er von seiner zukünftigen Ausbildungsfirma die Nachricht, dass sie sich für einen anderen Bewerber entschieden hätten. Nun war guter Rat teuer. Beim Arbeitsamt zuckte die Sachbearbeiterin hilflos mit den Schultern.
So schwang sich Maik in den nächsten Wochen auf sein Fahrrad und stellte sich bei etwa 20 möglichen Ausbildungsfirmen persönlich vor und erhielt eine Absage nach der anderen. Endlich ein Lichtblick: Die zuletzt besuchte Firma lud ihn zu einem achtwöchigen, unentgeltlichen Praktikum ein. Seit dem 1. Januar hat er dort nun einen Ausbildungsvertrag. Trotz allem also Glück gehabt!?

► Durch das Projekt „Ausbildungspaten“ versuchen wir, Jugendliche, denen der Weg in die Ausbildung erschwert ist, zu helfen, indem wir ihnen einen Paten zur Seite zu stellen, der sie bei der Arbeitsplatzsuche und bei Problemen am Arbeitsplatz unterstützt.

Guter Gott, öffne meine Augen, dass ich die Not der Jugend sehe; öffne meine Ohren, dass ich ihren Schrei höre; öffne mein Herz, dass sie nicht ohne Beistand bleiben. Gib, dass ich mich nicht weigere, die Schwachen und Armen zu verteidigen, weil ich den Zorn der Starken und der Reichen fürchte. Zeige mir, wo man Liebe, Glauben und Hoffnung nötig hat, und lass mich deren Überbringer sein. Öffne mir Augen und Ohren, damit ich für die Zukunft der Jugend wirken kann. Amen.


„Traum Mitbestimmung“
Ein Betriebsrat berichtet: Betriebsrat ist keine „Wünsch-Dir-was-Veranstaltung“. Letztendlich kommt es auf das Geschick der Betriebsräte an, wie klug sie verhandeln und ob sie vom Arbeitgeber als kompetente Gesprächspartner wahrgenommen werden. Wir sind stolz darauf, dass es uns nach klugen und zähen Verhandlungen gelungen ist, die Schließung einer ganzen Abteilung mit 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verhindern. Nur durch die enge Zusammenarbeit von Betriebsrat und Gewerkschaft und durch einen hohen Organisationsgrad der Arbeitnehmer ist es möglich eine solche Krise abzuwenden.
Es macht Sinn, allen Einschränkungen der Mitbestimmung entgegenzutreten, allen in der Interessenvertretung zu danken und ihren Kampf mit diesem Gebetsruf zu unterstützen.

► Durch die Rechtsschutzsekretäre der KAB erhalten Mitarbeiter- und Personalvertretungen Unterstützung auf ihrem manchmal schwierigen Weg durch den Paragraphendschungel des Arbeitsgesetzbuches. Aber nicht nur Mitarbeitervertretungen werden durch diese hauptamtlichen Mitarbeiter unterstützt, auch unsere Mitglieder können sich jederzeit bei Arbeits- und Sozialrechtsfragen an sie wenden.

Guter Gott, die Welt der Arbeit erfüllt viele Menschen
mit Kummer und Sorge. Angst und Unsicherheit machen
sich breit. Manche zerbrechen fast unter ihrer
Arbeitslast, während andere keine Arbeit haben. 
Mache uns fähig, auch in der Arbeitswelt verantwortlich zu
handeln und stärke alle, die sich als Vertrauensleute
und Betriebs-, Personalräte oder Mitarbeitervertreterinnen
und Mitarbeitervertreter einsetzen für Recht und
Würde der arbeitenden Menschen. Darum bitten wir
Dich im Namen Deines Sohnes Jesus Christus, der
selbst eines Zimmermanns Sohn geworden ist, der uns
voranging und mit Dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
Amen

„Traum Mindestlohn“
Die menschliche Arbeit ist keine Ware. Die Arbeit ist „so zu entlohnen, dass dem Arbeiter die Mittel zu Gebote stehen, um sein und der Seinigen materielles, soziales, kulturelles und spirituelles Dasein angemessen zu gestalten.“ 
Diesen Text fanden wir im II. Vatikanum.
Und im gemeinsamen Sozialwort der christlichen Kirchen von 1997 heißt es: „Dabei geht es um mehr als entlohnte Beschäftigung. Vielmehr muss die Entlohnung in Verbindung mit den staatlichen Steuern, Abgaben und Transfers auch ein den kulturellen Standards gemäßes Leben ermöglichen.“ 

► Die KAB unterstützt die Forderungen nach einer gerechten Entlohnung, nach einer Entlohnung, die das Auskommen sichert, die Bildung ermöglicht, die die Altersversorgung sichert.

Guter Gott, du hast uns Menschen Deine Schöpfung anvertraut,
damit wir sie bebauen und behüten.
Du willst auch, dass der Mensch durch Arbeit sein
Leben sichert, die Seinen ernähren kann.
Daher treten wir ein, dein Volk auf Erden für einen
gerechten Lohn zu sein.
Lass uns Christen den Menschen heute die Botschaft
vermitteln, dass die menschliche Arbeit keine
Ware ist, sondern im Geist der Menschenwürde
gerecht entlohnt werden muss. Amen.

(Im Rahmen der „Adventsfenster 2007“ gestaltete die KAB St. Petrus Canisius, Recklinghausen ihr Fenster mit diesen Impulstexten und Sternen).

Frohe Weihnachten und ein gesegnetes neues Jahr wünschen die MitarbeiterInnen des KAB Regionalbüro Dülmen.