Der Mensch braucht Arbeit!
KAB Bezirkstag in Ascheberg startete Qualitätsdebatte um Arbeit und Ausbildung heute 
  
 

 


Ascheberg/ Kreisdekanat Coesfeld.
Die KAB im Bezirksverband Coesfeld fordert eine neue Debatte um die Qualität von Arbeit. „Arbeit gehört zum Menschsein dazu“ so der Bezirksvorsitzende Viktor Becks aus Dülmen vor den rund 100 Delegierten und Gästen am Samstag im Pfarrheim St. Lambertus in Ascheberg.
„Mit seiner Arbeit beteiligt sich der Mensch am Schöpfungshandeln Gottes. Deshalb muss jeder Mensch das Recht auf Arbeit haben. Jede gesellschaftlich wichtige Arbeit muss auch gerecht entlohnt und anerkannt werden.“ Pfarrer Alfons Homölle, Bürgermeister Dieter Emthaus und Landrat Püning dankten in Grußworten an die Delegierten für das Engagement der KAB.

Unter dem Titel „Arbeit – Gut zum Leben“ startete der Bezirkstag den gleichnamigen Schwerpunkt der KAB im Bezirk Coesfeld. In den kommenden drei Jahren wird sich die KAB intensiv mit Fragen nach der Qualität von Arbeit und den Veränderungen der Arbeitswelt beschäftigen. In drei Arbeitskreisen begann diese Auseinandersetzung in Ascheberg. 

Arm trotz Arbeit?
Theo Heeck, Referent der KAB, arbeitete im Arbeitskreis „Arm trotz Arbeit“ heraus, wie sich die klassischen Normalarbeitsverhältnisse in den letzten Jahren gewandelt haben. „Immer mehr Menschen können mit dem Einkommen aus ihrer Erwerbsarbeit nicht mehr ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familie sichern“, warnt Heeck. Für die KAB Ortsvereine sieht er sieht er vor allem Handlungsmöglichkeiten im zwischenmenschlichen Bereich. „Wir müssen Orte schaffen, wo Menschen in prekären Lebenssituationen ein stabiles Netzwerk erfahren, wo sie sich austauschen können und auch Gehör finden.“

Grundeinkommen muss kommen!
Annette Seier, familienpädagogische Mitarbeiterin der KAB stellte den Delegierten den Umbau einer Erwerbsarbeitsgesellschaft in die zukunftsfähige Tätigkeitsgesellschaft vor. „Es ist ein Skandal, dass beispielsweise Frauen mit ihrer vielfältigen Familienarbeit nicht ihren Lebensunterhalt sichern können“, kritisiert sie. „Alle Formen der Arbeit müssen so honoriert werden, dass sie Existenz sichernd sind.“ Dafür sei eine Grundeinkommen für alle Bürgerinnen und Bürger notwendig. Dies sei schon längst keine utopische Idee mehr. „Mit seinem Modell des Bürgergeldes bewege sich beispielsweise Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus ganz nah am Modell des Grundeinkommens der KAB: 

Je geringer die Bildung...
„Je geringer die Bildung desto höher die Chance auf Arbeitslosigkeit“, fasste Martin Merkens, Leiter des Projektes Ausbildungspatenschaften die Bedeutung von Ausbildung zusammen. Dass das derzeitige Schulsystem mehr die Ungleichheit der Chancen fördere sei nun hinreichend bekannt, umso nötiger sei es, so Merkens, die Säule „Weiterbildung“ zu stärken und als Verband politisch dafür zu kämpfen, dass Lehrstellenlücken geschlossen werden. 

Mit ihrer ganz am Thema orientierten „Modenschau mit Arbeitskleidung“ überraschten der KAB-Arbeitskreis Frauen die Delegierten. Augenzwinkernd präsentierten sie Berufskleidung aus „alten Zeiten“ wie den Kumpel mit alter Grubenlampe und auch ganz neue Kreationen wie die „Engel-Flügel-Schürze“ für Zahnarzthelferinnen als vertrauensbildende Maßnahme für allzu ängstliche PatientInnen.

Sehr zufrieden zeigte sich Becks von den hohen Anzahl der Delegierten und Gäste. „Es sind mehr Delegierte und Gäste anwesend als erwartet“, so der Bezirksvorsitzende. „Das Interesse am Thema „Arbeit“ ist sehr hoch. Das haben wir bereits bei den Besuchen der Jahreshauptversammlungen gemerkt.“ Entsprechend lebhaft waren die Diskussionen in den Arbeitskreisen wie auch weiter beim abschließenden Mittagessen.