So schön ist FeierAbend!

Na, wer ist jetzt hübscher von uns...Pia und Papa Michael Gerritsen genießen den gemeinsamen FeierAbend bei der KABl
     

Marl. Ein Hauch von Theaterluft wehte durch das Yehudi-Menuhim-Forum in Marl, verband sich mit den fröhlichen Klängen von Gitarren und E-Piano und brachte schließlich die ganze Halle so zum Singen, dass die FischerChöre vor Neid hätten erblassen können …. Es war endlich FeierAbend!

Es war ein FeierAbend der besonderen Art, zu dem die KAB eingeladen hatte. Der Sozialverband feierte einen Abend lang – sich, seine Arbeit und seine engagierten Menschen. Rund 300 Gäste aus den Bezirken Recklinghausen, Coesfeld und Borken waren der Einladung ins Menuhim-Forum nach Marl gefolgt. Mit viel Musik, der Premiere des Kurztheaters "Vision 2030 – das bedingungslose Grundeinkommen" und dem humorvoll-souveränen Moderator Matthias Müller aus Herten begeisterte das Bühnenprogramm die BesucherInnen. Michael Kreuznacht und seine Familie waren extra aus Merfeld gekommen, um sich den FeierAbend-Wind um die Nase wehen zu lassen. Und alle sechs waren begeistert: Vater Michael schwärmte von der lockeren Atmosphäre und von „Choract, die waren super“. Die vier Kreuznacht-Jungs - Timo, Matthias, Jonas und Felix – gefiel der Marler Kinderbus und Donatus Weinerts Zaubereien. „Einfach schön“, fand Mutter Ulla den ganzen Abend. 

Der Jugendchor Choract aus Waltrop hatte schwungvoll mit modernem Sacro-Popp in den Abend ein eingestimmt und schwang die Tür weit auf für Vera Gehling, die zum weiblichen Gotthilf-Fischer des Abends wurde. Mit Gitarre und einer großen Portion Charme brachte sie die Halle zum Zuhören und vor allem Mit-Singen. Dabei wechselte sie zwischen ernsthafteren Stücken und bekannten Oldies bis hin zu augenzwinkernden Gassenhauern. Bei dem Lied „Brot und Rosen“ der Textilarbeiterinnen aus dem vergangenen Jahrhundert war es mucksmäuschenstill im Publikum, nur der Gesang Gehlings war zu hören – lautstark und mit viel Zwischengelächter sangen Frauen und Männer anschließend abwechselnd „Im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen“. Bei diesem Stück zeigte Moderator Matthias Müller sein Talent als Männerchorleiter auf der Bühne. Vera Gehling fand den ganzen „Männer-Einsatz total cool“ und das Publikum „einfach großartig“.

Dass die KAB (fast) mühelos Engagement, Politik und Kulturelles verbindet, bewies sie auch an diesem Abend. Umrahmt von musikalischem Programm setzte sie zwei inhaltliche Programmpunkte: Dem Betriebsrat der Bocholter Firma Flender überreichte sie die Auszeichnung „Gütesiegel Gute Arbeit“ für deren Engagement für mehr Ausbildungsplätze. Betriebsrat Andreas Wendland und vier seiner Kollegen waren eigens zum „FeierAbend“ Marl gereist, um aus den Händen von Projektleiterin Ortrud Harhues und Juror Klaus-Dieter Amtmann die Gütesiegel-Urkunde entgegen zu nehmen.

Vom Premierenfieber zur Bestleistung getrieben wurden die vier neuen Schauspieler der KAB Recklinghausen Sylvia Biernath, Claudia Völkering, Heinz Winkelmann und Klaus-Dieter Amtmann. Sie hatten sich Anfang des Jahres zu einer Spontan-Theater-Gruppe zusammengefunden und unter der Regie von Christine von Praun ein eigenes Stück zur politischen Forderung der KAB nach einem bedingungslosen Grundeinkommen geschrieben und inszeniert. Ihre „Vision 2030“ zeigte vielfältig engagierte, arbeitende und zufriedene Menschen, „denen das Grundeinkommen ein mehr an persönlicher und gemeinsamer Freiheit gibt“, wie Schauspieler Heinz Winkelmann erzählte. Das Publikum war beeindruckt – vom Spiel der Gruppe und von der Idee des Grundeinkommens. Bei der anschließenden Abstimmung pro und contra Grundeinkommen stimmten über 80% für eine solche Sicherung der Zukunft. 

Die Liaison von Musik und Zauberei beherrscht Donatus Weinert perfekt – der Künstler aus Remscheid verzauberte sein Publikum mit Seilen, Tüchern, Spielkarten und mit der Krawatte von Moderator Müller. Mit seiner ganzen Liebenswürdigkeit brachte er Kinder wie Erwachsene dazu ihm bei seiner Zauberei zu assistieren oder ihm gar einen 50 Euro-Schein für den nächsten magischen Trick zu leihen. 

So manchem fiel es schwer, sich kurze Zeit vom Bühnenprogramm zu verabschieden, doch das Rahmenprogramm im und um das Forum lockte mit weiteren Feierabend-Möglichkeiten. Wer Kettcarfahren, sich schminken lassen oder auf der Hüfburg toben wollte, konnte dies mit dem Marler Kinderbus und dessen Team tun. Über 100 BesucherInnen nutzten die einmalige Gelegenheit und besuchten die Ausbildungswerkstatt der ehemaligen Zeche Viktoria. Dort erfuhren sie, wie Bergleute über Tage für Untertage ausgebildet werden und konnten sich über die Perspektiven im Bergbau informieren. Informationen zu „Dorstener Arbeit“ oder dem Verein „Frauen in Arbeit“, zu den Kursen und Seminaren beim KAB-Bildungswerk, zu Europa im Alltag oder einfach zu schönen Gruppenreisen erhielten die Besucherinnen bei den zahlreichen Infoständen des Abends. 

Nach so viel schönem Erleben endete der Abend mit einem Dank- und Segensgebet mit Diözesanpräses Michael Prinz. Und die Familie Kreuznacht machte sich nach dem Gebet auf den Heimweg nach Merfeld. Die Kinder etwas müde und alle sechs Kreuznachts mit vielen Eindrücken von einem gemeinsamen FamilienFeierAbend. 

 

Text/Fotos: Heike Honauer


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