Kultur für Solidarität
  

Datteln. Kultur für Solidarität - Das war Motto für das Solidaritätsfest am 15.01.2011, zu dem die KAB St. Josef, Datteln zu Gunsten der Erdbebenopfer in Chile, eingeladen hatte. Vor knapp elf Monaten, in der Nacht zum 27.02.2010 bebte die Erde mit dem Wert 8,8 auf der Richterskala in Chile. Die Stadt Concepción als zweitgrößte Stadt des Landes und die umliegenden Dörfer wurden massiv zerstört. Die nachfolgende Tsunamiwelle verursachte weitere Verwüstungen riesigen Ausmaßes. Innerhalb des KAB-Bezirks Recklinghausen und darüber hinaus gab es viele Spendenaktionen, um der katholischen Arbeiterorganisation MOAC Soforthilfemaßnahmen zu ermöglichen.
Betroffen durch persönliche Begegnungen mit Chilenen aus der betroffenen Region initiierte der KAB-Verein St. Josef, Datteln ein Kulturfest gemäß dem Sinnspruch „Solidarität ist keine Einbahnstraße“. Für dieses Fest konnten eine Vielzahl von Künstlern und Akteure aus der Gemeinde und darüber hinaus gewonnen werden.
Das Fest begann mit einem Gottesdienst, den der Familienchor der Gemeinde St.Josef mitgestaltete. Im Anschluss wurde das Fest im Gemeindesaal fortgesetzt. Der Eine Welt Kreis St. Josef reichte ein schmackhaftes Chili Con Carne als Abendimbiss. 
Improvisationen mit Klarinette und Klavier und einige Gospels eröffneten den kulturellen Reigen. Ein junges Gemeindemitglied im Alter von 16 Jahren las zum ersten Mal aus ihren selbstgeschriebenen lyrischen Werken. Die Darbietungen der „Kaktusblüten“, einer Kabarettgruppe von KAB-Frauen sorgten für geistlich-ironischen Input. Ein neuseeländischer Lichtertanz, neuartige Kaffeehausmusik und afrikanische Trommelrhythmen gaben dem Fest internationales Flair.
Mit Betroffenheit lauschten die Gäste der Vorlesung aus den Tagebuchaufzeichnungen von Fernando Ortega aus Concepción über die Erlebnisse während des Erdbebens. Mit der Interpretation des Liedes „Gracias a la vida“ (Danke dem Leben), mit Liedern und Texten des chilenischen Sängers Victor Jara, wurde die Hoffnung des chilenischen Volkes zum Ausdruck gebracht. 
Am Ende des Festes waren sich alle einig, die mehr als fünfzig Akteure, die vielen Helfer hinter den Kulissen und hundert Gäste: Es war ein gelungener Kulturabend- ein Gewinn für alle. Die KAB hatte Erfolg mit einer neuen Aktion, die Akteure Spaß bei ihren Darbietungen und die Zuschauer beim Erleben von Kultur pur. Das jahrelange Motto der Partnerschaft KAB-MOAC „Solidarität ist keine Einbahnstraße“ wurde spürbar: Es bewahrheitete sich die Hoffnung „Kultur für Solidarität“ durch ein Spendenaufkommen von 830 €. Über das Weltnotwerk der KAB werden der MOAC in Chile diese Spenden für den Wiederaufbau des Landes zur Verfügung gestellt. 

Text: Heinz Mues