Grafenwald walkt und rennt für Chile

Grafenwald. Wenn am Silvestermorgen der ein oder andere noch die letzten Böller oder Sektflaschen für den Abend kauft, ist die KAB Grafenwald längst unterwegs und baut Straßensperren auf, versieht Kreuzungen mit Hinweisschildern und kocht Tee und Glühwein. Denn am Nachmittag erwartet die KAB über 250 Sportlerinnen und Sportler zu ihrem inzwischen schon traditionellen Silvesterlauf. Zur Auswahl standen beim 2008er Lauf eine 7,5 Kilometer lange Strecke und eine 10 Kilometer-Strecke rund um den Heidesee. 
Bernhard Windmöller ist einer der Organisatoren. Am Silvesternachmittag selbst ist er Streckenposten. „Ich bin einer von denen, die zu verhindern suchen, dass Autofahrer unsere Läufer und Walker platt fahren“, lacht er. 
Viel zu lachen hatten sie beim letzten Silvesterlauf – das Wetter war gut, die Stimmung großartig und die OrganisatorInnen hochzufrieden. Und was Gutes haben die StarterInnen noch so nebenbei getan: Der Erlös der Startergebühr von 3,- Euro pro Person geht zum Weltnotwerk, dem Solidaritätswerk der KAB. „Unser KAB-Bezirk Recklinghausen unterstützt seit einigen Jahren die MOAC. Das ist eine chilenische Gewerkschaft, die sich unter anderem für die Rechte von Tagelöhnern stark macht”, erklärte Windmöller, auch Vorsitzender der KAB Grafenwald. Die Patenschaft sei über das Weltnotwerk der KAB zu Stande gekommen. „Das unterstützen wir regelmäßig mit zwei Aktionen im Jahr. Neben dem Erlös des Silvesterlaufs kommt auch der Erlös unserer Schrottaktion dem Weltnotwerk zugute.” 
 


Über 250 Menschen nutzen den Silvesternachmittag, um sich laufend, joggend, walkend vom Jahr zu verabschieden – und dies bereits zum 12. Mal. „Entstanden ist die Idee vor elf Jahren bei einem Treffen von Vorstand und Vertrauensleuten“, erzählt Bernhard Windmöller. „Unser Vertrauensmann Gerd Schulte schlug einen Lauf an Silvester vor. Und der Nachmittag erschien uns sehr geeignet, weil er für viele so eine Art „Zwischenzeit“ ist.“
Zuerst sei alles mit zwei, drei HelferInnen zu meistern gewesen und die wenigen TeilnehmerInnen seinen alle aus dem Verein gekommen. Elf Silvesterläufe später sieht es ganz anders aus und die GrafenwälderInnen sind auch ein bisschen stolz darauf: 2000 Handzettel und 30 Plakate werben im Vorfeld für die Veranstaltung, das Organisationsteam holt alle Genehmigungen beim Straßenverkehrsamt ein, die örtliche Schule wird am Tag selbst zum „Laufzentrum“ mit Duschen, Umkleide und Anmeldestation – Tee, Glühwein , Wasser schaffen die KABlerInnen herbei und für den Notfall und „Die erste Hilfe“ ist auch gesorgt.
„Natürlich haben wir gut zu tun an diesem Tag“, räumt der Vorsitzende ein,“ aber insgesamt hält sich der Aufwand absolut im Rahmen. Es macht uns Veranstaltern großen Spaß und wir erreichen mit dieser Veranstaltung ein ganze Menge.“ Viele Leute kämen einfach so aus Lust am Laufen vorbei und es habe schon so manchen neuen Kontakt unter den Menschen und auch zur KAB gegeben. „Wir haben schon Leute hier gehabt“, erinnert sich Windmöller, „die haben irgendwann beim gemütlichen Ausklang festgestellt, dass sie quasi um die Ecke wohnen und sich bisher nicht kannten.“
Was macht der Grafenwälder KABler Silvester 2009? Die Frage erübrigt sich. Jetzt sind erstmal die anderen Programmpunkte 2009 dran – und das ist nicht wenig bei der KAB in Grafenwald. Osterfeuer, Schrottsammlung … und irgendwann geht es wieder los: Straßenverkehrsamt anrufen, Handzettel drucken und Walkingschuhe putzen in Grafenwald….

 


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