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Dülmen/ Borken. „ Nicht nachvollziehbar“, nennt Viktor Becks, Vorsitzender der
Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Bezirk Coesfeld, warum der Vorstand der VR Bank Westmünsterland nicht in Tarifverhandlungen mit der eigenen Dienstleistungs- und Beteiligungs GmbH tritt. „Wir als KAB fordern die VR Bank
dringend auf, unverzüglich die Verhandlungen über einen Haustarif mit ihrer Dienstleistungs GmbH aufzunehmen.“ , erklärte Becks in einem Gespräch mit
MitarbeiterInnen der GmbH und Ulrich Kern, ver.di Münsterland, im Regionalbüro der KAB in Dülmen. Die Verhandlungspartner schnellstmöglich an einen Tisch zu bekommen, ist auch ein Anliegen von ver.di-Sekretär Kern. „Sobald ein Termin zum ersten Schlichtungsgespräch vereinbart ist, setzen wir den Arbeitskampf unverzüglich aus.“
Seit 35 Tagen bereits befinden sich 20 der insgesamt 64 betroffenen GmbH-MitarbeiterInnen im Streik. „35 Tage warten darauf, dass die VR Bank wieder in Verhandlungen tritt“, schüttelt auch Benedikt Kemper, Bezirksekretär der KAB
Borken, den Kopf. Skandalös ist es für den KAB-Sekretär obendrein, dass der VR
Vorstand dann noch einen Schlichter abgelehnt hat, der beim Arbeitsministerium des Landes NRW in Düsseldorf für genau solche Aufgaben zuständig ist.
„Unsozial“, sagt Bezirksvorsitzender Becks „und unverträglich mit dem
genossenschaftlichen Gedanken ist es obendrein, wenn eine Bank erst ganze Abteilungen auslagert und dann die gleiche Arbeit zu wesentlich schlechteren
Gehaltsbedingungen abruft.“ Und er verweist auf die derzeitige Kampagne der KAB „Arbeit – Gut zum Leben“, die gute und gerechte Arbeitsbedingungen für alle fordert.
Jürgen Hüser ist einer der Mitarbeiter, die früher bei der VR-Bank als Bankkaufmann beschäftigt war und nun in der DienstleistungsGmbH „die gleiche Arbeit“, so Hüser, macht. „Im Streik, so Hüser, „ geht es uns letztlich einfach darum, dass
Vorstandschef Dr. Wolfgang Baecker seine Zusage einhält, die er uns bei der Ausgliederung vor fast drei Jahren gegeben hat. Er versicherte uns, dass wir keine Arbeitnehmer 2. Klasse und nicht schlechter behandelt werden als die KollegInnen in der Bank.“ Zwei Jahre später fühlen sich die MitarbeiterInnen aber genauso: Arbeitsverträge werden einzeln, individuell geschlossen, neue Verträge zu wesentlich schlechteren
Bedingungen als die vergleichbare, neue Verträge bei der VR Bank. Leistungen, die für die KollegInnen, die bei der Bank verblieben sind, sind für die GmbH-MitarbeiterInnen längst Wunschdenken geworden.
Für die drei MitarbeiterInnen, die sich mit den KAB-VertreterInnen zum Gespräch getroffen haben, ist es allesamt der erste Streik ihres Lebens. „Und hoffentlich auch der letzte“, sagt Hüser. „Es geht nicht nur um Geld“, sagt auch Bernadette Thoms, die normalerweise im Archiv der GmbH arbeitet,. „Es geht darum, dass wir wieder einen ordentlichen Tarifvertrag bekommen, der die Arbeitsbedingungen verlässlich und für alle gerecht regelt – Urlaub, Arbeitszeit, tarifliche Löhne.“ Etwas, was vor der Auslagerung, auch für sie „normal“ war.
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