Wiese, Schlafsack und ein Uhu 

Junges Modedesign vom „Kalten Bach“ !
 

Heiden/Rhade. Vier Tage „Natur pur“ hatte die KAB St. Georg Heiden den 60 TeilnehmerInnen ihres Familienzeltlagers dieses Jahr versprochen. „Und das bekamen wir und sie“, freut sich Lisa Kemper, eine der Organisatorinnen des Familienspektakels mit Zelt und Wohnwagen auf der großen Wiese des KAB-Zeltplatzes "Am Kalten Bach" in Rhade, Kreis Recklinghausen. „Wir hatten eine einzige Kaltwasser-Dusche für alle und sind deshalb die Wasser-Sparerinnen der Woche!“ fährt sie lachend fort. Geschadet hat das Wassersparen keiner der 11 Familien und Freunde aus Heiden, die das Zeltdorf am Waldrand vier Tage lang in bester Laune bevölkerten. 
„Natürlich“ ging es überall zu - Gartendusche statt Badewanne, Gummistiefel statt Pumps, Waldspiele statt Playstation und das Stockbrot am abendlichen Lagerfeuer war sowieso „öko“. Große wie kleine Zeltbewohner genossen die Natur-Tage in vollen Zügen und spielten, tobten und sangen sich durch die ersten Ferientage des Sommers 2008. Auch in Rhade kennt man inzwischen das Zeltlager der KAB Heiden. Zum Zeltgottesdienst am Samstagabend konnte Präses Matthäus Vazhappanady gut 100 Menschen begrüßen – darunter auch viele Mitglieder der KAB Rhade und der KAB Heiden, die extra für den gemeinsamen Gottesdienst zum Zeltplatz gekommen waren.
 

Transportband im Wald


„Natur pur“ war das Herzstück des gesamten Programms: Mit den Fahrrädern ging es am Freitag nach Raesfeld in den Tiergarten. Dort erwarteten zwei WaldpädagogInnen die Gruppe zur „Ersten Raesfelder Waldolympiade“. Große Herausforderungen erwarteten die teilnehmenden Teams nach der Begrüßungsfeier mit der „K-A-B-Hüpfwelle“. Die Olympioniken legten die olympischen Ringe mit Naturmaterialien, suchten beim „Waldmemory“ Bilderpaare an den Bäumen und bewiesen, dass viele kleine Menschen einen ganz großen Menschen leichter hand tragen können. Logisch, dass die SportlerInnen am Mittag Bockwürstchen um Bockwürstchen verdrückten. Und bei der Heimradelei tat es allen gut, die heißen Füße in das Naturtretbecken am kalten Bach strecken zu können.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch von Karim el Abassi, einem echten Falkner. Mitgebracht hatte er einen Mäusebussard und einen Uhu. Größer und größer wurden die Augen der ZuschauerInnen, wenn el Abassi den Bussard fütterte oder die Kinder den Uhu ganz vorsichtig über das weiche Gefieder streichen durften. Die Greifvögel sind aber alles andere als Kuscheltiere. „Sie sind Raubvögel“, stellte el Abassi klar. „Wenn ich einen hier frei fliegen lassen würde, ginge er auf die Jagd.“ Die Kinder fanden die Tiere auch ohne Jagd faszinierend – so nah war schließlich noch keiner einem Uhu gewesen. 
 

Uhustreicheleinheiten


Ökologisch ist auch die Anreise-Bilanz des KAB-Zeltlagers: Ganz 10 km von Zuhause entfernt, liegt der Zeltplatz. Viele Familien schätzen diese Nähe. „Die 10 km reichen, um ganz weg vom Alltag zu sein“, sagt Elsbeth Albersmann vom Vorbereitungsteam. „Und andere Familien sind froh, dass es so nah dran ist.“ 
„Für manche Familie sind diese Tage der einzige, weithin gemeinsame Familienurlaub“, erzählt Lisa Kemper. „Wir haben beispielsweise Landwirte dabei, die immer erst abends nach der getanen Arbeit zum Zeltplatz kommen und dann für einige Stunden in das Urlaubsgefühl eintauchen.“ Deshalb soll es auch im nächsten Jahr bei den Zelttagen ganz zu Beginn der Sommerferien und vor allem in gut erreichbarer Nähe vom Heimatort Heiden bleiben. „Wir fühlen uns hier in Rhade einfach wohl – und die Kinder wollen sowieso nur noch hierher“, weiß Kemper.